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20 % Netzgebühren sparen in Österreich – aber nur mit den richtigen Smart-Meter-Einstellungen

•7 Min. Lesezeit•Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Von Dr. Wolfgang Gassler

Wecker mit 20-Prozent-Rabatt vor Solarpaneelen und Windrädern

Seit 1. April 2026 gibt es in Österreich den Sommer-Nieder-Arbeitspreis, kurz SNAP, oft auch Sommer-Netzpreis oder Sonnenrabatt genannt. Jedes Jahr von 1. April bis 30. September ist damit täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr das Netznutzungsentgelt im Arbeitspreis reduziert, 2026 um 20 %. Ziel der Regelung ist, Stromverbrauch stärker in die Mittagsstunden zu verschieben – also in jene Zeiten, in denen besonders viel Solarstrom im Netz verfügbar ist.

Stand Oktober 2026: SNAP bleibt, WiNAP kommt

Von Oktober bis März gilt der SNAP nicht. Die neue Grundsatzverordnung der E-Control schreibt ihn aber ab 2027 jedes Jahr fest und führt ab 1. Oktober 2027 zusätzlich einen günstigeren Netzpreis im Winter ein, den WiNAP (23 bis 5 Uhr). Mehr dazu

Wichtig:

Die Reduktion betrifft nicht den gesamten Strompreis, sondern nur den Arbeitspreis des Netznutzungsentgelts (Netzebene 7). Energiepreis, Steuern und sonstige Netzbestandteile bleiben unverändert.

Was ist der Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP)?

Der SNAP ist eine gesetzlich verankerte Preisregelung gemäß der SNE-VO Novelle 2026 (Systemnutzungsentgelte-Verordnung). Er verpflichtet alle österreichischen Netzbetreiber, im Sommerzeitraum einen günstigeren Arbeitspreis für Verbrauch in den Mittagsstunden zu verrechnen.

Der Hintergrund: In den Sommermonaten produzieren Photovoltaikanlagen in Österreich und Europa mittags besonders viel Strom – oft mehr als benötigt wird. Das drückt den Börsenpreis und belastet das Netz. Der SNAP setzt genau hier einen finanziellen Anreiz, um Verbrauch in diese Überschusszeiten zu verlagern.

Die Fakten: Wann und für wen gilt der Sonnenrabatt?

20 %
Rabatt auf den Netz-Arbeitspreis
10–16 Uhr
täglich, April bis September
NE 7
Haushalte & Kleingewerbe

Anspruchsberechtigt sind Haushalte und Kleingewerbe an Netzebene 7 – das sind über 99 % aller österreichischen Haushaltsstromzähler. Der Rabatt wird automatisch im Netzentgelt berücksichtigt, sofern dein Netzbetreiber erkennen kann, wann du Strom verbrauchst.

Genau dafür ist der Smart Meter und das Opt-in auf Viertelstundenmessung notwendig – ohne diese Daten kann der günstigere Zeitraum nicht zugeordnet werden.

Das SNAP-Fenster automatisch nutzen: geht-e heizt deinen Boiler, wenn Netz und Strom am günstigsten sind.

So funktioniert geht-e

Smart Meter Opt-in: So aktivierst du den Spar-Tarif

Schritt-für-Schritt-Anleitung für alle Netzbetreiber

Damit ein Netzbetreiber den günstigeren Zeitraum korrekt abrechnen kann, muss er erkennen können, wann genau Strom verbraucht wurde. Dafür braucht es beim Smart Meter die Viertelstundenmessung – oft als Opt-in, 15-Minuten-Werte, Prime Meter oder ähnliches bezeichnet.

  1. Im Smart-Meter-Portal deines Netzbetreibers anmelden (Links weiter unten)
  2. Den eigenen Zählpunkt auswählen
  3. Einstellung Viertelstundenwerte / 15-Minuten-Werte / Opt-in / Prime Meter aktivieren
  4. Bestätigung abwarten (meist wenige Tage)

Salzburg Netz nennt dies „Prime Meter", Netz Oberösterreich und Netz Burgenland sprechen vom „Opt-in auf Viertelstundenwerte". Die technische Funktion ist überall dieselbe.

Welche Geräte idealerweise zwischen 10 und 16 Uhr laufen sollten

Je mehr Verbrauch du ins SNAP-Fenster verschieben kannst, desto höher die Ersparnis. Diese Geräte eignen sich besonders:

🔥
Warmwasserboiler
Größter Hebel – automatisch steuerbar
🚗
Elektroauto
Laden per Timer auf 10–16 Uhr einrichten
♨️
Wärmepumpe
Heizzeit in die Mittagsstunden verschieben
🗣️
Geschirrspüler & Waschmaschine
Per Startzeitvorwahl oder Smart-Plug steuern

Smart-Meter-Portale der großen Netzbetreiber in Österreich

Hier findest du die jeweiligen Smart-Meter-Portale, in denen du die 15-Minuten-Werte aktivieren kannst:

Ab 2027: SNAP bleibt, WiNAP kommt dazu

Ab 2027 regelt die Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung der E-Control die Netzentgelte neu. Für Haushalte heißt das:

  • SNAP: gilt weiter jedes Jahr von 1. April bis 30. September, täglich 10 bis 16 Uhr.
  • WiNAP (Winter-Nieder-Arbeitspreis): neu ab 1. Oktober 2027, von 1. Oktober bis 31. März, täglich 23 bis 5 Uhr.
  • Voraussetzung bleibt der Smart Meter mit Viertelstundenwerten. Ohne gemessene Werte gelten SNAP und WiNAP nicht.

Wie hoch die Vergünstigung 2027 ausfällt, legt die E-Control in der Tarifverordnung für jedes Netzgebiet fest. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald die Werte feststehen. Für den Boiler bedeutet das: Im Sommer mittags heizen, im Winter in der Nacht, und beides lässt sich automatisch steuern.

Fazit

Der neue SNAP-Tarif bringt ab 1. April 2026 erstmals einen klaren finanziellen Anreiz, Stromverbrauch in die Mittagsstunden zu verschieben. Entscheidend ist aber nicht nur die 20-%-Reduktion selbst, sondern vor allem die technische Grundlage dafür: die aktivierte 15-Minuten-Messung im Smart-Meter-Portal.

Wer diese Umstellung nicht vornimmt, verschenkt unter Umständen einen Teil des Potenzials.

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Geschrieben von Dr. Wolfgang Gassler, Gründer von geht-e, Spezialist für skalierbare Datenplattformen.

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